Wie Ihr die Tropfen sicher verabreicht

Jeder von Euch, der schon einmal eine Ohrenentzündung hatte, weiß, wie schmerzhaft das sein kann. Umso verständlicher ist es, dass viele Tiere bei einer Ohrenuntersuchung sehr wehrhaft sind.

Abb. 1 | Während Du den Kopf so fixierst, dass die Nase leicht nach unten zeigt, kann der Tierarzt mit dem Otoskop das Ohr untersuchen.
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Nur mit guter Fixierung

Ihr solltet Euch und das Tier auf Eurem Behandlungstisch vor Verletzungen schützen. Am besten ist es, wenn einer von Euch für das Fixieren (Abb. 1.) zuständig ist, während der Andere die Ohren reinigt. Im Zweifelsfall lieber auch einem freundlichen Hund einen Maulkorb aufsetzen. Denn wenn es an die Ohren geht, verstehen viele keinen Spaß!

Ohrentropfen erst nach der Diagnostik

Die Ohrenuntersuchung wird natürlich zuvor von Eurem Tierarzt durchgeführt (Abb. 2). Dabei streckt er das äußere Ohr nach oben, um den Gehörgang besser einsehen zu können. Heute ist es in der Praxis üblich, einen Abstrich zu nehmen, um mikroskopisch differenzieren zu können, wo das Problem liegt: Bakterien, Hefen, Milben… Die Ursachen einer Otitis sind vielfältig. Ohne ordentliche Diagnostik ein verschreibungspflichtiges Medikament zu verabreichen oder zu verkaufen, kann ernste Folgen haben: rechtliche, aber auch gesundheitliche. Dem Tier kann ein großer Schaden entstehen, wenn zum Beispiel das Trommelfell nicht intakt ist, aber bestimmte Ohrentropfen verwendet werden.

TIPP

Weist Eure Besitzer unbedingt darauf hin, dass sie wegen der großen Verletzungsgefahr auf keinen Fall Wattestäbchen für die Ohrreinigung verwenden dürfen. Auch angebrochene Ohrentropfen vom letzten Mal sind tabu.

Abb. 2 | Den Kopf einer kooperativen Katze fixierst Du am besten mit einer Hand unter dem Kinn, damit Du die andere Hand frei hast.
© subman/E+/GettyImages

Praktische Tipps

Sind die Ohren stark verschmutzt, sollten sie vor der Applikation eines wirkstoffhaltigen Medikaments zunächst mit einem passenden Ohrreiniger gesäubert werden. Habt Ihr es mit 2 entzündeten Ohren zu tun, verwendet für jedes Ohr einen separaten Aufsatz, um eine Keimverschleppung bei der Applikation von Ohrreiniger oder wirkstoffhaltigem Medikament zu vermeiden. Mit praktischen Einmal-Ampullen arbeitet Ihr immer hygienisch und das Dosieren fällt ganz leicht: 1 Ampulle pro Ohr. Praktischerweise gibt es bei den Medikamenten Produkte, bei denen mit einem Pumphub genau die richtige Menge an Wirkstoff in das Ohr appliziert wird. Sehr hilfreich für unkooperative Patienten oder überforderte Besitzer sind Medikamente, die nur 1-mal pro Woche in der Praxis angewendet werden müssen.

TIPP

Am Tag der nächsten Kontrolle sollten zu Hause keine Medikamente angewendet werden, damit Euer Tierarzt das Ohr vollständig untersuchen kann.

Gut zu wissen

Vor allem Freigänger-Katzen leiden häufig unter Ohrmilben, was Ihr an einem schwarzen, krümeligen Belag in den Ohrmuscheln deutlich erkennen könnt. Zusätzlich zum Antiparasitikum solltet Ihr die Ohren auch lokal reinigen. Der hochgradige Juckreiz veranlasst viele feline Patienten, bei dieser Prozedur mit den Hinterpfoten mit zu kratzen. Also passt auf Eure Hände und die scharfen Krallen auf.

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Sara Roller
TFA & freie Autorin
www.vettext.de
sara.roller@gmx.de