KAtzen freundlich, aber sicher fixieren
Stellt Euch vor, wie verunsichert und nervös sowohl die Katzen als auch die Tierhalter bei Euch in der Praxis ankommen. Das Einfangen in die Transportbox artet bei vielen zu Hause schon in Stress aus. Auch Autofahren mögen die wenigstens Katzen. Längere Wartezeiten zusammen mit anderen Tieren erhöhen das Stresslevel ebenfalls. Ihr solltet stets im Hinterkopf haben, was die Katze bereits alles erlebt hat, bis sie auf Eurem Behandlungstisch sitzt.

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Vorbereitung bei der Katze ist alles!
Alles, was Ihr für die Untersuchung zurechtlegen könnt, solltet Ihr vorbe- reiten. Auch Injektionen könnt Ihr bereits aufziehen. Denn täuscht Euch nicht, das laute Knistern beim Auspacken der sterilen Spritzen kann für schreckhafte Katzen schon laut sein.
Erinnert Euren Tierarzt daran, den Vorbericht in Ruhe aufzunehmen, bevor die Katze aus der Transportbox herauskommt – im Idealfall natürlich von allein (Abb. 1). Auch wenn im Anschluss an die Behandlung noch Gesprächsbedarf herrscht, sollte sich die Katze wieder in ihre Transportbox zurückziehen dürfen.
TIPP
Fixiert die Katze auf dem Behandlungstisch nur so lange wie nötig und so zwanglos wie möglich.
Am besten haltet Ihr Katzen, indem Ihr ihnen eine Begrenzung gebt, z.B. mit Euren Armen oder sie in eine Decke einwickelt (Towel-wrap-Technique nach Sophia Yin). Auch die Unterschale der Transportbox kann für die Untersuchung genutzt werden. Im Behandlungszimmer sollten keine klingelnden Telefone und keine lauten Gespräche zu hören sein. Vermeidet bitte auch Störungen durch anderes Personal.
Die Unterlage des Behandlungstischs sollte rutschfest sein. Pheromonstecker im Behandlungsraum oder mit Pheromonspray besprühte Decken können dabei helfen, auf dem Tisch eine ruhige Atmosphäre zu schaffen.
Am besten starrt Ihr Katzen nicht direkt an, nähert Euch lieber von hinten und sprecht auf eine sanfte Art mit ihr (bitte keine „Babysprache”). Es kann beruhigend auf sie wirken und sie ablenken, wenn Ihr sie bei der Untersuchung und Behandlung über den Kopf streichelt.
Verzichtet auf Zwangsmaßnahmen wie Nackengriff oder Zwangskäfige. Viele Katzen reagieren auf Druck mit Gegenwehr, außerdem gleicht der Nackengriff einer Todesdrohung durch einen Fressfeind. Arbeitet lieber mit Kuscheldecken und einer Wickeltechnik, in der Ihr sie einwickelt. Eins ist klar: Sicherheit von Tier und Personal geht immer vor!
Versucht es mit:
- innerer Ruhe (tief durchatmen!)
- Geduld (tief durchatmen!)
- einem ruhigen Arbeitsumfeld (gute Organisation!)

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Sara Roller
TFA & freie Autorin
www.vettext.de
sara.roller@gmx.de
