Tipps zur richtigen Anwendung von Spot-on-Präparaten
Die Zeckensaison hat begonnen und damit auch die Hochsaison für den Verkauf von Antiparasitika in der Tierarztpraxis. Neben Halsbändern, Sprays und Tabletten zählen Spot-on-Produkte zu den Klassikern.
Obwohl die flüssigen Lösungen zum Auftragen auf die Haut den meisten Pa- tientenbesitzern vertraut sind, kursieren immer noch viele Irrtümer über deren Anwendung. Und jetzt kommst Du: Dein Job ist es, die Tierhalter zu beraten und bei der korrekten Applikation zu unterstützen. Auch erfahrene Tierhalter profitieren von Deinem Know-how: Welche Pipette wird wie geöffnet (schrauben, drehen, drücken?) und wo aufgetragen (zwischen den Schulterblättern, an der Schwanzwurzel, über den gesamten Rücken verteilt)?
Am besten demonstrierst Du die richtige Anwendung (Abb. 1) beim ersten Mal direkt am Patienten und trägst das Produkt gemeinsam mit dem Besitzer in der Praxis auf:
Die Pipette öffnen.
Das Fell richtig scheiteln, sodass die Haut sichtbar wird.
Eine Stelle wählen, an der sich das Tier selbst nicht ablecken kann. Belecken durch Partnertiere verhindern, dies ist z.B. durch eine räumliche Trennung möglich.
Spitze der Pipette auf die Haut aufsetzen und den Inhalt durch mehrmaliges Drücken auf die Pipette vollständig entleeren oder, je nach Herstellerangaben, durch leichten Druck teilweise entleeren und den Inhalt auf die unterschiedlichen Hautbereiche verteilen.
Auch der Schutz des Menschen ist wichtig: Beim Auftragen Einmalhandschuhe anziehen oder sich danach gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen. Sind Kinder im Haushalt, das Spot-on-Präparat am besten abends auftragen. Ein Kontakt mit der behandelten Hautstelle sollte mindestens vermieden werden, bis das Fell getrocknet ist (Packungsbeilage beachten!).
Nachdem Auftragen des „Spot-ons“ sollten Hunde für ca.12–24 Stunden nicht gewaschen werden und nicht in Gewässern schwimmen.
Gut zu wissen
Spot-on-Präparate für Hunde niemals bei Katzen anwenden! Bei einer Permethrinvergiftung besteht für die Katze akute Lebensgefahr, da Katzen den Wirkstoff aufgrund eines Enzymmangels nicht verstoffwechseln können. Im Mehrtierhaushalt daher unbedingt ein Produkt ohne Permethrin wählen.
Die häufigsten Anwenderfehler, die die Wirksamkeit beinträchtigen:
das Produkt wird nicht komplett aufgetragen
es gelangt nur ins Fell
Behandlungsintervalle werden
nicht eingehalten
Sara Roller TFA & freie Autorin www.vettext.de sara.roller@gmx.de
In der Praxis oder Klinik ist es jederzeit möglich, dass ein Notfall schnelles Handeln erfordert. Dann muss jeder Handgriff sitzen. Mitunter ist ein operativer Eingriff notwendig, sodass Du unerwartet bei einer Operation assistieren musst.
Gut zu wissen
Die empfohlene Einwirkzeit des Desinfektionsmittels variiert bei einer chirurgischen Händedesinfektion je nach Präparat. Beachte daher die Angaben des Herstellers. Behalte während der Desinfektion am besten eine Uhr mit Sekundenzeiger im Blick, damit Du die Einwirkzeit nicht unterschreitest.
Manchmal beginnen die ersten Unsicherheiten bereits bei der OP-Vorbereitung. Wir geben Dir deshalb wichtige Tipps für die Durchführung der chirur- gischen Händedesinfektion, damit Du im Notfall schnell und sicher handeln kannst.
Durchführung
1. Lege zunächst alle Ringe ab, die Du an den Händen trägst. Wasche Deine Hände und Unterarme 1 Minute mit einer milden Waschlotion und spüle sie anschließend gut unter fließendem Wasser ab. Um Deine Hautbarriere zu schützen, ist dieser Vorgang nach neueren Empfehlungen nicht mehr zwischen einzelnen, aufeinanderfolgenden Operationen notwendig, sondern nur, wenn Du Dich erstmals am Tag oder nach einer Pause auf eine Operation vorbereitest, sichtbare Verschmutzungen an Händen oder Unterarmen aufweist oder zwischenzeitlich auf der Toilette warst. Deine Fingernägel solltest Du bei Bedarf mit einem desinfizierenden Nagelreiniger säubern. Fingernagelbürsten schädigen Deine Haut und können die Erregerzahl auf der Hautoberfläche sogar erhöhen. Sie sind nach heutigem Kenntnisstand im Rahmen der chirurgischen Händedesinfektion keinesfalls mehr zum Reinigen von Händen und Unterarmen empfehlenswert.
2. Trockne Hände und Unterarme gründlich mit einem sterilen Tuch oder sauberen Einmalhandtüchern aus dem Papierspender.
3. Mit dem Ellbogen kannst Du das Desinfektionsmittel nun aus dem Spender in die hohle, trockene Hand geben. Wichtig ist, dass die Hände während der gesamten Desinfektion immer feucht bleiben. Du musst mit dem Ellbogen daher mehrmals den Spender bedienen, um ausreichend Flüssigkeit zu erhalten.
4. Verteile die desinfizierende Lösung zunächst gleichmäßig auf die Hände und Unterarme, indem Du sie einschließlich Ellbogen einreibst. Die Unterarme solltest Du dabei vollständig mit der Flüssigkeit benetzen. Wichtig ist, dass Du Deine Ellbogengelenke von nun an anwinkelst und die Hände oberhalb des Ellbogenniveaus vor dem Oberkörper hältst. So kann die Flüssigkeit in Richtung Ellbogen abfließen.
5. Anschließend desinfizierst Du den halben Unterarm und die Hände noch einmal.
6. Für die chirurgische Händedesinfektion reibst Du die Lösung nun kräftig in die Hände bis zu den Handgelenken. Verteile sie dazu zunächst auf den Handflächen (Abb. 1).
7. Führe die linke Handfläche auf den rechten Handrücken (Abb. 2) und die rechte Handfläche auf den linken Handrücken, um das Desinfektionsmittel gleichmäßig zu verteilen.
8. Auch zwischen den Fingern ist eine gründliche Desinfektion erforderlich. Spreize deshalb die Finger, während Du die Handflächen übereinander reibst und verteile die Flüssigkeit so auch gleichmäßig zwischen den Fingern (Abb. 3).
9. Die Außenseite der Finger desinfizierst Du, indem Du sie in der Handfläche der anderen Hand mit verschränkten Fingern reibst (Abb. 4).
10. Den Daumen einer jeden Hand desinfizierst Du durch kreisende Bewegungen in der geschlossenen Handfläche der gegenüberliegenden Hand (Abb. 5).
11. Natürlich darfst Du die Fingerkup- pen nicht vergessen. Durch krei- sende Bewegungen mit geschlossenen Fingerkuppen desinfizierst Du sie jeweils in der gegenüberliegenden Händefläche (Abb. 6).
12. Fingerzwischenräume, Daumen, Fingerkuppen und Teile des Handrückens sind häufige Schwachstellen bei der Desinfektion. Führe die Schritte 6 bis 11 daher fünfmal durch und wiederhole sie bitte bis zum Erreichen der empfohlenen Einwirkzeit. Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist dabei nicht ausschlaggebend.
13. Desinfiziere die Hände noch einmal abschließend. Reibe die Flüssigkeit jetzt solange ein, bis Deine Hände trocken sind und ziehe die sterilen Handschuhe erst mit trockenen Händen an. Andernfalls kann es zu Irritationen Deiner Haut kommen.
TIPP
Auch, wenn es sehr schnell gehen muss, darfst Du die Zeit nicht bei der Händedesinfektion einsparen. Die OP-Handschuhe könnten bei der Operation kaputtgehen, sodass es für den Patienten wichtig ist, dass Deine Hände steril sind.
Bei kleineren Routineoperationen dauert die Vorbereitung fast länger als der chirurgische Eingriff. Dabei wollen wir die Narkose für die Patienten doch so kurz wie möglich halten. Deshalb sollte jeder Handgriff sitzen: Augensalbe, Anlegen des Monitorings … Was besonders lange aufhält, ist die Vorbereitung des OP-Felds.
Damit der Operateur künftig nicht mehr meckert, „dass da schon wieder ein Haar ist“, habe ich einige gute Tipps für Dich:
1. Fell scheren: Am effektivsten rasierst Du mit einer professionellen Scher- maschine. Damit der Scherkopf wirklich scharf (!) ist, muss er regelmäßig gründlich gereinigt, gepflegt und geschliffen werden. Das OP-Feld sollte groß genug sein, ordentliche Ränder und eine symmetrische Form haben. Das gefällt nicht nur dem Chirurgen, sondern auch dem Besitzer.
2. Haare entfernen: Während Du rasierst, schiebst Du die Haare am besten gleich vom Tisch. Mit einem Handstaubsauger kannst Du anschließend lose Haare aus dem Fell und von der Haut des Patienten wegsaugen.
3. Haut desinfizieren: Mit einem Hautdesinfektionsspray feuchtest Du nun die Haut an. Nimm Dir einen größeren Tupfer und wische ordentlich von der Mitte aus Richtung Rand. So schiebst Du Schmutz, Fett und versteckte Härchen aus dem OP-Feld heraus und verteilst letztere nicht kreuz und quer. Der letzte Schritt ist die gründliche Sprühdesinfektion (ohne Nachwischen!).
4. OP-Feld abdecken: Nun kann der Chirurg das OP-Feld mit einem Stofftuch oder einer Klebefolie abdecken und ohne störende Haare operieren. Wetten, er wird Dich loben … oder zumindest nicht meckern 😉
Gut zu wissen
In den meisten Fällen ist das Scheren mit einer Maschine der Nassrasur vorzuziehen, da die Haut dabei geringer strapaziert wird und sich weniger ungewollte Mikroläsionen, d.h. kleinste Verletzungen der Haut, bilden. Das senkt das Risiko für eine Infektion der Operationswunde.
Unser Tipp!
Adhäsiv-Sprühkleber zum Aufbringen auf die Haut
Zur sicheren Fixation von OP-Folien oder, um das Verrutschen von Verbänden zu verhindern.
Das Snuggle-Safe-Heizkissen bietet sich zur Wärmetherapie für Hunde, Katzen und kleine Heimtiere an. Es speichert die Wärme über 12 Stunden und ist dabei einfach in der Anwendung.
Das Heizkissen kühlt in den ersten 3 Stunden normal ab, stabilisiert sich bei etwa 52 °C und speichert die Temperatur für 5 Stunden, bevor es weiter abkühlt. Es eignet sich für unsere Haustiere, da es frei von Drähten, Steckern oder elektrischen Anschlüssen ist.
Wir empfehlen Dir, das Snuggle-Safe-Heizkissen …
unter Aufsicht nach den Empfehlungen des Herstellers in einer sauberen Mikrowelle zu erwärmen,
es anschließend noch 1 Minute in der Mikrowelle liegen zu lassen, damit sich die Temperatur des Kissens stabilisieren kann,
es mit einem passenden Bezug zu versehen oder
zwischen Tier und Heizkissen einen Schutzbezug, z.B. eine Decke, zu legen und
das Kissen so zu positionieren, dass der Patient jederzeit ausweichen kann, wenn es ihm zu warm wird.
TIPP
Achtung, das Heizkissen ist sehr heiß, wenn Du es aus der Mikrowelle holst. Deshalb empfehlen wir Dir, Topfhandschuhe oder -lappen zu benutzen.
Es ist wichtig zu wissen, dass das Snuggle-Safe-Heizkissen nicht …
länger als vom Hersteller empfohlen in der Mikrowelle verbleiben darf, sonst besteht die Gefahr einer Überhitzung des Kissens und derVerletzung des Patienten.
indirekten Kontakt mit dem Tier kommen darf, sondern immer mit einem Schutzbezug versehen sein muss.
für narkotisierte oder bewusstlose Tiere angewendet werden darf. Die Tiere können nicht auf unangenehme Wärmereize reagieren und der Wärmequelle ausweichen. Es besteht daher die Gefahr von Verbrennungen. Aus diesem Grund bietet es sich auch nicht für Tiere mit Sensibilitätsstörungen an, z.B. Hunde mit einem Bandscheibenvorfall, einem Rückenmarksinfarkt oder einer Erkrankung mehrerer Nerven (Polyneuropathie).
vom Patienten angenagt werden sollte.
erneut erwärmt werden darf, bevor es vollständig abgekühlt ist.
Zecken sind gefährliche Krankheitsüberträger, die es so schnell wie möglich von Hund und Katze zu entfernen gilt. Je länger sie Blut saugen, desto höher ist das Risiko, dass sie mit dem Speichel Krankheiten übertragen. Wir raten daher zu einer guten Prophylaxe.
Du kannst dem Besitzer raten, seinen Vierbeiner nach jedem Spaziergang oder Aufenthalt im Freien auf Zecken abzusuchen.
Wir empfehlen Dir die Zecke …
mithilfe einer Pinzette oder Zeckenzange zu entfernen,
sie dazu so nahe wie möglich an der Haut von Hund und Katze zu fixieren (Abb. 1),
sie vorsichtig, möglichst gerade herauszuziehen, ohne sie dabei zu quetschen und
zu prüfen, ob Du sie vollständig entfernt hast.
Ihr werdet erleben, dass Hundehalter nach Gesundheitsbescheinigungen, die erblich bedingte Erkrankungen ausschließen, fragen. Das ist selbst bei „unbedenklichen“ Rassen ein Wagnis, zumal Tierärzte Gesundheitszeugnisse ausstellen sollen, für die keine verbindlichen Richtlinien gelten. Die Fachgruppe Kleintierpraxis des Bundesverbands praktizierender Tierärzte (bpt) e. V. (tieraerzteverband.de) hat dazu in Kooperation mit dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e. V. ein Formular entworfen. Wichtig ist bei Euren Gesundheitszeugnissen, dass drinsteht, dass sie nur auf klinischen Untersuchungen basieren.
Gut zu wissen
Informiert den Besitzer gerne darüber, dass Flüssigkeiten wie Öle, Nagellack oder Klebstoffe nicht zum Entfernen einer Zecke geeignet sind. Sie führen zu einer panikartigen Entleerung des Mageninhalts der Zecke und damit zu einer Übertragung von Infektionserregern.