Röntgen des Hamsters
Die Untersuchung eines Hamsters kann aufgrund seiner Größe und seiner doch recht scharfen Zähne schon schwierig genug sein, aber qualitativ gute Röntgenaufnahmen sind im wachen Zustand häufig kaum möglich. Besonders wenn man seine eigenen Finger sachgemäß vor Röntgenstrahlen schützen möchte.

Kurznarkose ist vorzuziehen
Röntgenaufnahmen am wachen Tier können vereinzelt bei sehr zahmen oder sehr schwachen/kranken Tieren gut klappen. Ich empfehle zum Schutz aller Beteiligten jedoch eine kurze Narkose oder Sedierung. Hierfür kann zum Beispiel eine Inhalationsnarkose oder eine vollständig antagonisierbare Injektionsnarkose verwendet werden.
Tipp: Nehmt zum Festkleben des Patienten Materialien, die gut vom Tier lösbar sind. Achtet auch darauf, dass das genutzte Material möglichst nicht röntgendicht ist. Wir verwenden gerne Leukosilk.



Abb.3 a,b |Röntgenbilder eines männlich unkastrierten Hamsters in seitlicher (a) und rückenliegender (b) Position (KV 40, mAs 1,6). Auffallend sind eine Umfangsvermehrung an der linken seitlichen Brustwand (Pfeil) und eine Weichteilschwellung der rechten Gesichtshälfte (Pfeilkopf). © Tina Elisabeth Brezina
Tipp: Müsst Ihr doch mal einen Hamster wach röntgen, versucht den Nackengriff zu vermeiden. Erstens haben Hamster sehr viel Nackenhaut und können sich trotz Fixierung umdrehen, und zweitens können durch zu starken Zug die Augen vorfallen und geschädigt werden.
Kurz und knapp
Die Röntgenuntersuchung beim Kleinnager, wie einem Hamster, ist eine wichtige diagnostische Möglichkeit. Eine Kurznarkose kann gleichzeitig auch noch für andere Untersuchungen – zum Beispiel der Maulhöhle und Backentaschen – genutzt werden.