WENN DAS EIGENE TIER ERKRANKT UND IHR EUCH AUF DER ANDEREN SEITEN DES BEHANDLUNGSTISCHES WIEDERFINDET

Fast alle von uns haben selbst Haustiere. Das bringt unser Job mit sich. Und leider sind auch unsere eigenen Tiere nicht davor gefeit, irgendwann krank zu werden. Wenn sie dann bei uns in der Praxis/Klinik auf dem Behandlungstisch sitzen, ist es mit unserer professionellen Arbeitseinstellung schnell vorbei. Was ganz normal ist, denn auch wenn wir über mehr medizinisches Fachwissen verfügen als ein durchschnittlicher Patientenbesitzer, sind wir unseren eigenen Haustieren emotional genauso stark verbunden wie “normale” Herrchen und Frauchen, wenn nicht sogar ein bisschen mehr.

Ein professioneller Abstand zum Patienten ist wichtig und schützt uns im Arbeitsalltag davor, uns emotional zu sehr zu involvieren. Sonst könnten wir die psychischen Strapazen unseres Berufs nicht lange aushalten. Dieser distanzierte Umgang ist auch wichtig, um medizinisch richtige Entscheidungen zu treffen und dem Patienten die bestmögliche Behandlung zukommen lassen zu können. Was Euch dabei aber nicht verloren gehen sollte, ist das ehrliche Verständnis für die Sorgen des Tierhalters.

Wenn plötzlich das eigene Tier zum Patient wird und man sich auf der anderen Seite des Behandlungstisches wiederfindet, kann das eine wichtige Erfahrung sein, um den Blickwinkel zu wechseln.

Raus aus dem Arbeitsalltag, rein in die Besitzer-Rolle:

Wie schwierig ist es wirklich, die Tabletten zu Hause in die Katze zu bekommen? Wie nervenaufreibend ist es, wochenlang mit einem Hund mit Halskragen im Haushalt zu leben? Wie anstrengend sind durch- wachte Nächte, weil das Kaninchen nachts gepäppelt werden muss? Wie quälend sind die Stunden bis zum erlösenden Anruf, dass die OP gut verlaufen ist?


TIPP

Fasst Euch immer mal wieder an die eigenen Nase…


Nehmt diese Gefühle mit, um mehr Einfühlungsvermögen im Umgang mit Euren Patientenbesitzern zu zeigen. Verwandelt Eure eigenen Erfahrungen in wertvolle Tipps für Eure Kunden im Umgang mit ihren kranken Tieren. Schafft Euch eine Balance aus professionellem Abstand und echtem Interesse an Euren Patienten. So sorgt Ihr gut für Eure eigene psychische Gesundheit, seid aber gleichzeitig ein starker und zuverlässiger Ansprechpartner.

Sara Roller
TFA & freie Autorin
www.vettext.de
sara.roller@gmx.de