Wie wertet Ihr die Probe aus?

Die Untersuchung mit dem Urinstick ist doch kinderleicht? Stick in die Probe halten, Ergebnis ablesen, fertig. Da habt Ihr Recht: Der Harnstick gehört zu den einfachsten Laboruntersuchungen in der täglichen Praxis, die uns schnell wichtige Ergebnisse liefert. Ich möchte Euch einige Tipps geben, wie die Durchführung noch professioneller wird.

Eure Ausrüstung

Ihr benötigt:

  • Einmalhandschuhe
  • Papier zum Abstreifen
  • Teststreifen
  • evtl. Einwegspritze 

Den Teststreifen entnehmt Ihr erst unmittelbar vor der Durchführung der Untersuchung. Die Reaktionsfelder bitte nicht mit dem Finger berühren. Überprüft auch regelmäßig das Haltbarkeitsdatum auf dem Teststreifenbehälter. Abgelaufene Urinsticks sollten nicht mehr verwendet werden, da die Ergebnisse verfälscht sein könnten.

Die Probe

Bei Spontanurin eine möglichst frische Mittelstrahlprobe verwenden, am besten in einem beschrifteten Urinbecher. Marmeladengläser und ähnliche Behälter können mit Lebensmittelrückständen verunreinigt sein und das Ergebnis verfälschen.

Ihr mischt die Probe vor jeder Untersuchung mit schwenkenden Bewegungen gut durch. Taucht den Stick kurz (ca. 1 Sekunde) in den Urin ein oder benetzt die Felder mit Urin, den Ihr in einer Spritze aufgezogen habt. Achtet darauf, dass alle Reaktionsfelder gleichmäßig benetzt sind. Die Seitenkanten des Sticks am Küchenpapier abstreifen. 60 Sekunden warten.

Die Auswertung

Haltet den Stick an die Auswertungsskala, und vergleicht die Farben (Abb. 1). In welche Richtung Ihr den Stick anhalten müsst (von oben oder unten), variiert von Hersteller zu Hersteller. Überprüft deshalb unbedingt die Abbildung auf der Packung.

Tipp: Achtet beim Ablesen auf gute Lichtverhältnisse in Eurem Labor, und fragt bei Unsicherheiten lieber eine Kollegin, ob sie zu dem gleichen Ergebnis kommt. 

Tragt die Untersuchungsergebnisse direkt in einen vorgefertigten Untersuchungsbogen oder in die Patientenakte in Eurer Praxissoftware ein. Veränderungen, die nach 2 Minuten noch auf dem Stick eintreten, sind nicht mehr aussagekräftig.

Abb.1 | Auswertung der Urinprobe. Am besten nehmt Ihr aber einen Finger zwischen Stick und Dose, um mit ausreichend Abstand Verunreinigungen durch Urin zu vermeiden.
© Jennifer Nehls

Gut zu wissen
Um die Dichte des Urins genau zu messen, solltet Ihr zusätzlich ein Handrefraktometer nutzen, da das Ergebnisfeld auf den Sticks nicht zuverlässig genug ist. Wenn Ihr Hilfe bei der Handhabung des Refraktometers braucht, bittet einfach eine dienstältere Kollegin um eine Einweisung.

Es versteht sich von selbst, dass Ihr bei der Laborarbeit zu Eurem eigenen Schutz Handschuhe tragt und nicht esst oder trinkt.

Sara Roller
TFA & freie Autorin 
www.vettext.de
sara.roller@gmx.de