Tipps zur richtigen Anwendung von Spot-on-Präparaten

Die Zeckensaison hat begonnen und damit auch die Hochsaison für den Verkauf von Antiparasitika in der Tierarztpraxis. Neben Halsbändern, Sprays und Tabletten zählen Spot-on-Produkte zu den Klassikern.

Abb.1 | Spot-on-Präparate werden direkt auf die Haut aufgetragen. Dazu muss das Fell unbedingt gescheitelt werden.
© iStock.com/PK-Photos/184344790

Obwohl die flüssigen Lösungen zum Auftragen auf die Haut den meisten Pa- tientenbesitzern vertraut sind, kursieren immer noch viele Irrtümer über deren Anwendung. Und jetzt kommst Du: Dein Job ist es, die Tierhalter zu beraten und bei der korrekten Applikation zu unterstützen. Auch erfahrene Tierhalter profitieren von Deinem Know-how: Welche Pipette wird wie geöffnet (schrauben, drehen, drücken?) und wo aufgetragen (zwischen den Schulterblättern, an der Schwanzwurzel, über den gesamten Rücken verteilt)?

Am besten demonstrierst Du die richtige Anwendung (Abb. 1) beim ersten Mal direkt am Patienten und trägst das Produkt gemeinsam mit dem Besitzer in der Praxis auf:

  • Die Pipette öffnen.
  • Das Fell richtig scheiteln, sodass die Haut sichtbar wird.
  • Eine Stelle wählen, an der sich das Tier selbst nicht ablecken kann. Belecken durch Partnertiere verhindern, dies ist z.B. durch eine räumliche Trennung möglich.
  • Spitze der Pipette auf die Haut aufsetzen und den Inhalt durch mehrmaliges Drücken auf die Pipette vollständig entleeren oder, je nach Herstellerangaben, durch leichten Druck teilweise entleeren und den Inhalt auf die unterschiedlichen Hautbereiche verteilen.
  • Auch der Schutz des Menschen ist wichtig: Beim Auftragen Einmalhandschuhe anziehen oder sich danach gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen. Sind Kinder im Haushalt, das Spot-on-Präparat am besten abends auftragen. Ein Kontakt mit der behandelten Hautstelle sollte mindestens vermieden werden, bis das Fell getrocknet ist (Packungsbeilage beachten!).
  • Nachdem Auftragen des „Spot-ons“ sollten Hunde für ca.12–24 Stunden nicht gewaschen werden und nicht in Gewässern schwimmen.

Gut zu wissen

Spot-on-Präparate für Hunde niemals bei Katzen anwenden! Bei einer Permethrinvergiftung besteht für die Katze akute Lebensgefahr, da Katzen den Wirkstoff
aufgrund eines Enzymmangels nicht verstoffwechseln können. Im Mehrtierhaushalt daher unbedingt ein Produkt ohne Permethrin wählen.

Die häufigsten Anwenderfehler, die die Wirksamkeit beinträchtigen:

  • das Produkt wird nicht komplett aufgetragen
  • es gelangt nur ins Fell
  • Behandlungsintervalle werden
  • nicht eingehalten

Sara Roller
TFA & freie Autorin
www.vettext.de
sara.roller@gmx.de