So könnt Ihr sie Hund und Katze sicher verabreichen
Kennt Ihr die Geschichte von der missglückten Tabletteneingabe, bei der die Katze in den Vorhängen, die Tablette auf dem Boden und Frauchen im Krankenhaus landet? So soll es Euch nicht ergehen! Deshalb habe ich die wichtigsten Tipps zur Tabletteneingabe für Euch zusammengestellt.

© Steven Puetzer / Photodisc /Getty Images
Sicher heißt, dass keine Verletzungsgefahr für Mensch und Tier besteht, aber auch dass die Tablettengabe gesichert ist. Es ist wichtig, dass die tägliche Tablettengabe auch zu Hause zuverlässig klappt. Euch gegenüber sind Tierhalter häufig offener als beim Tierarzt. Nutzt diese Gelegenheit, um Probleme zu erfragen und gemeinsam eine Lösung zu finden, wenn die Tablettengabe unmöglich ist, z. B. alternative Verabreichungsformen wie Suspensionen oder Spot-on-Präparate.
Bei einer Einmalgabe in der Praxis könnt Ihr die Überrumpelungstaktik nutzen und die Tablette direkt in das Maul eingeben (Abb. 1). Das kann für alle Beteiligten weniger Stress bedeuten. Achtet darauf, dass Ihr die Zahnlücke zwischen Canini und Prämolaren nutzt und die Tablette seitlich weit hinten auf den Zungengrund legt. So hat Euer Patient keine andere Möglichkeit, als die Tablette abzuschlucken.
Ein Tabletteneingeber, der eine flexible Spitze hat, in der man die Tablette einspannen kann, verlängert Eure Hand und ermöglicht es Euch, die Tablette gefahrlos zu platzieren. Viele Tierhalter kommen damit auch zu Hause gut klar, vor allem bei Katzen.
Manche Tabletten (aber nicht alle!) darf man mörsern und auflösen. Nutzt dafür einen praktischen Tablettenmörser, gebt das Pulver in eine Spritze und vermischt es mit etwas Wasser zu einer Lösung.
TIPP
Zieht nicht zu viel Wasser auf, damit Ihr dem Patienten auch sicher die ganze Portion verabreichen könnt.
Auch hier gilt: Tier sicher fixieren, Zahnlücke nutzen und in kleinen Schlucken die Medikamentenlösung eingeben.
Eine bei den Tierhaltern sehr beliebte Taktik ist das Verstecken der Tabletten, z. B. in Käse, Wurst oder Vitaminpaste. Die Tablette sollte so gut verpackt sein, dass sie nicht zu sehen oder schmecken ist. Die Happen sollten so klein sein, dass sie mit einem Mal aufgenommen werden können.
Und so klappt’s:
• 1.Schritt: einen leckeren unpräparierten Happen eingeben
• 2. Schritt: die versteckte Tablette geben
• 3. Schritt: ein Leckerli hinterher anbieten
Auch über ihr Feuchtfutter nehmen viele Tiere problemlos die Medikamente auf, wenn der Geschmack nicht zu intensiv ist. Kleine Portionen stellen sicher, dass der Napf geleert wird. Andere Tiere sind von der Mahlzeit fernzuhalten.

Sara Roller
TFA & freie Autorin
www.vettext.de
sara.roller@gmx.de
